Logopädie
Selektiver Mutismus: Wenn das Kind vor lauter Angst verstummt
Zu Hause gesprächig, in Kita oder Schule verstummt – was selektiver Mutismus bedeutet, wann genauer hingeschaut werden sollte und wie wir in Bochum helfen.
Sie sind nicht allein
Sie erleben Ihr Kind zu Hause als fröhlich und gesprächig – aber in der Kita, in der Schule oder beim Arzt kommt kein Wort über die Lippen? Viele Eltern fragen sich: „Ist mein Kind nur extrem schüchtern – oder steckt da mehr dahinter?“
Was ist selektiver Mutismus?
Selektiver Mutismus ist eine Angststörung. Ihr Kind kann sprechen – aber in bestimmten Situationen kann es nicht, obwohl es zu Hause völlig normal redet.
Typisch ist:
- normales Sprechen zu Hause mit Familie
- kaum oder kein Sprechen in Kita, Schule, beim Arzt oder bei Fremden
- das Ganze dauert länger als 1 Monat
- Schule, Freundschaften und Arztbesuche sind deutlich erschwert
Wichtig: Das ist keine Sturheit und keine „Erziehungsfrage“, sondern eine echte Blockade im Angstsystem des Gehirns.
Wie entsteht dieses „Einfrieren"?
Stellen Sie sich vor, Ihr Kind sitzt in einem Segelboot: Zu Hause ist das Wasser ruhig – Ihr Kind „segelt“, also spricht. In Kita oder Schule taucht für Ihr Kind ein „Fels" auf: neue Menschen, neue Umgebung, Erwartungen. Das Gehirn meldet Gefahr, das Angstzentrum schaltet auf Freeze – Ihr Kind erstarrt innerlich, Sprache wird wie abgeschaltet.
Viele Kinder mit selektivem Mutismus gehen direkt in diesen Freeze-Modus. Nach außen wirkt das wie:
- starre Mimik
- leiser oder gar kein Ton
- verkrampfte Körperhaltung
- festklammern an Mama oder Papa
Wer ist besonders gefährdet?
Selektiver Mutismus entsteht durch ein Zusammenspiel aus Veranlagung und Umwelt:
- sehr schüchterne, sensible, „vorsichtige" Kinder
- Familien, in denen Ängste häufiger vorkommen
- Stress durch Kita-/Schulstart, Umzug, Mobbing oder eine neue Sprache
- seltener: sehr belastende Erlebnisse (Trauma)
Etwa 1 von 150–500 Kindern ist betroffen – Mädchen etwas häufiger als Jungen.
Wann sollte genauer hingeschaut werden?
- Ihr Kind seit mehreren Monaten in Kita/Schule nicht oder kaum spricht
- es zu Hause unauffällig spricht, aber außerhalb „wie ausgewechselt" wirkt
- es körperliche Beschwerden vor sozialen Situationen entwickelt (Bauchweh, Übelkeit etc.)
- das Gefühl sagt: „Das ist mehr als schüchtern."
Dann ist eine fachliche Abklärung sinnvoll – am besten interdisziplinär: Kinderarzt, Logopädie, ggf. Kinder- und Jugendpsychotherapie.
Wie helfen wir bei Reha Pro Med in Bochum?
In unserer Praxis für Physiotherapie, Logopädie und Training arbeiten wir eng zusammen, um Kinder mit selektivem Mutismus ganzheitlich zu unterstützen.
Elternberatung & Diagnostik
Ausführliche Beratung und eine sorgfältige Einschätzung bilden die Grundlage für die weitere Begleitung.
Spielerische Logopädie
Druckfreie Therapie ohne Frage-Gewitter – mit bewährten Ansätzen wie DortMut, SYMUT und PCIT-SM.
Schritt für Schritt
Aufbau von Sprechsituationen über die „Mut-Leiter", Einbindung von Kita oder Schule und körperorientierte Ansätze zur Angstreduktion.
Ihr Kind bekommt Zeit, Sicherheit und viele kleine Erfolgserlebnisse. Und Sie bekommen konkrete Ideen, wie Sie im Alltag unterstützen können – ohne Druck, ohne „Jetzt sag doch mal".
Was können Sie jetzt tun?
- Beobachtungen ernst nehmen – Sie kennen Ihr Kind am besten.
- Offen mit Kita/Schule sprechen und sich schildern lassen, wie Ihr Kind dort wirkt.
- Früh Unterstützung holen, statt abzuwarten „bis sich das verwächst".
Wenn Sie sich in dieser Beschreibung wiederfinden oder unsicher sind, melden Sie sich gern bei uns. Mehr zu unserem Logopädie-Angebot in Bochum oder direkt einen Termin über Kontakt vereinbaren. Wir schauen gemeinsam, was Ihr Kind braucht, damit es wieder mutiger sprechen kann – Schritt für Schritt, in seinem Tempo.
